Gehhilfe Rollator

Bei Beschwerden beim Gehen denkt man vielleicht zuerst daran, einen Gehstock als Unterstützung mitzuführen. Das ist bei leichten Beschwerden sicherlich auch richtig so, aber es sollte bedacht werden, daß mit einem Gehstock auf Dauer noch mehr Schaden entstehen kann. Gerade durch den einseitigen Gebrauch können Verspannungen in den Gelenken und in der Wirbelsäule für Schmerzen sorgen, wenn der Gehstock eine längere Zeit genutzt wird. In diesem Fall wäre eine Gehhilfe besser, die beide Arme beansprucht und den Rücken schont.

Der Rollator als Gehhilfe

Eine der einfachsten Möglichkeiten, trotz Beschwerden und Unsicherheit beim Laufen mobil zu bleiben, ist der Rollator. Denn so gut ein Gehstock auch ist: Er schützt wenig gegen Stolpern und Hinfallen, und das ist eine der größten Ängste, die ältere gehbehinderte Menschen haben. Denn gerade bei ihnen kann ein Sturz fatale Folgen haben.

Da ist der Rollatir sicherer. Er gibt beiden Armen halt, und vorausgesetzt, er ist an die Körpergröße optimal angepaßt, gibt er wieder eine gewisse Sicherheit beim Laufen. Obwohl es ihn erst seit etwa Anfang der 90er Jahre in Deutschland gibt, ist er relativ schnell als Gehhilfe akzeptiert worden und hat schon vielen tausend älteren Menschen zu mehr Bewegung und Mobilität verholfen.

Allerdings sind diese Rollatoren während dessen auch rapide weiter entwickelt worden: Waren die ersten noch schwere, unförmige Gehhilfen, die kaum eine Treppe hochzutragen waren und auch nicht ins Auto paßten, so gibt es heute eine vielzahl Rollatoren für fast jeden erdenklichen Einsatzzweck. Deshalb ist es vor dem Kauf besonders wichtig, genau zu wissen, wo und wie diese Gehhilfe eingesetzt werden soll. Mit einem breiten, schweren und komfortablen Wander – Rollator werden Sie in der Wohnung ebenso wenig zurecht kommen wie mit einem Wohnungsrollator auf der Straße mit seinen kleinen Rädern.

Der leichte Rollator

In der Werbung wird immer wieder hervorgehoben, mit wie wenig Gewicht so manch ein Rollator daherkommt. Das ist auch oft nützlich, wenn er viel getragen wird, im Kofferraum eines Pkw transportiert wird oder sogar bei Reisen in Bus und Bahn mit dabei sein soll.

Der Nachteil dieser Leichtgewichtsrollatoren ist aber, daß Sie weniger stabil und tragfähig sind. Bei Menschen, die über 100 kg wiegen, kommen viele schon an ihre Grenzen.

Der schmale Rollator

Um in der Wohnung mit solch einer Gehhilfe zurecht zu kommen, sollte der Rollator möglichst schmal sein. Es gibt einige Exemplare, die deutlich schmaler sind als 60 cm – damit bestens in Innenräumen geeignet.

Außerhalb machen diese Gehhilfen dann keine so gute Figur: Durch die meisten kleinen Räder sind sie auf etwas unebenen Wegen kaum vernünftig zu bewegen, und außerdem: Wenn schon der Rollator so schmal ist, dann ist es sein Sitz auch! Viele ältere Menschen haben aber etwas Übergewicht und auch ein breiteres Becken – die passen dann nicht einmal zwischen die Sitzstangen, um sich zu setzen und ein wenig auszuruhen.

Der Dreirad – Rollator (Delta – Rad)

Zur Zeit sehr stark beworben werden Gehhilfen mit nur drei Räder. Sie sollen einfacher zu bewegen sein, weil sie zum Teil ultra leicht und sehr wendig sind. Man kann mit ihnen auf der Stelle wenden, denn die Räder sind im Dreieck angeordnet und man verspürt beim Richtungswechsel fast keinen Widerstand.

Ich muß sagen, daß ich von diesen Delta – Gehrädern nicht unbedingt begeistert bin. Klar, für die Wohnung sind sie vielleicht noch ganz gut zu gebrauchen, aber außerhalb erhöht sich die Kippgefahr beträchtlich. Ein kleiner Stein am Vorderrad kann schon der Auslöser sein, daß der Dreirad Rollator zur Seite kippt und Sie ihn nicht mehr halten können. Womöglich fallen Sie dann selbst und kommen zu Schaden. Und das ist es ja genau, was Sie vermeiden wollten, als Sie sich einen Rollator zugelegt haben.

Sie sind sehr leicht und wendig, das ist richtig, aber ich würde sie nur empfehlen bei Menschen mit einer leichten Gehbehinderung und keinen Problemen mit dem Gleichgewicht.

Der faltbare Rollator

Moderne Gehhilfen sind überwiegend mit einem Klappmechanismus versehen. Damit kann man sie zusammenfalten und benötigt nur noch wenig Platz für den Transport, oder wenn man sie vorübergehend nicht braucht und wegstellen möchte. Die neuesten Modelle werden längst zusammen gefaltet, das hat den Vorteil, daß sie dann in zusammengeklapptem Zustand immer noch alleine stehen bleiben.

Die Konstruktionen der faltbaren Rollatoren unterscheiden sich aber zum Teil erheblich. So gibt es welche, da hebt man die Gehhilfe nur an einer Schlaufe hoch und kann ihn so mit einer Hand zusammenklappen. Andere haben ein etwas umständliches System, wo man beidhändig arbeiten muß, und es gibt auch welche, da müssen erst ein paar Schrauben herausgedreht werden.

Aber egal, welche Konstruktion am Rollator angebracht wurde: Es sollte auf jeden Fall gewährleistet sein, daß eine solide Faltsicherung ein unbeabsichtigtes Aufklappen verhindert. Bei einigen Modellen rastet sie sogar selbstständig automatisch ein, damit ist man auf jeden Fall auf der sicheren Seite.

Die Räder am Rollator

Die Räder spielen an der Gehhilfe schon fast eine Schlüsselrolle: Je nach Einsatzzweck müssen sie total andere Funktionen erfüllen. Während bei Rollatoren für die Wohnung möglichst kleine Räder von Vorteil sind, sollte der überwiegend im Freien eingesetzte Roollator große Räder besitzen. Nur so ist gesichert, daß er mit Hindernissen besser fertig wird, während in der Wohnung kleine Räder eine bessere Wendigkeit versprechen.

Außerdem sind für beide Einsatzzwecke Räder mit Profil zu empfehlen. Sie erhöhen die Rutschfestigkeit und unterstützen auch das Lenken. Außerhalb von Gebäuden sind auch Reflektoren zu empfehlen, damit ist man in der Dämmerung besser zu sehen. Und natürlich müssen die Bremsen funktionieren und stark genug sein, daß der Rollator sich bei eingelegter Handbremse nicht mehr bewegen läßt.